Mein erstes Mal in der Klinik Part 1.

Ich war zum zweiten Mal bei einem psycho Therapeut (den ich nicht leiden konnte) und mir ging es echt schlecht. Das erste mal als ich dort war hab ich ihn angeschwiegen. Fast die ganze Zeit. Der Mann konnte einem schon fast leid tun, denn er hat versucht irgendwas herauszufinden, aber mein Mund war geschlossen. Als ich seine Praxis verlassen habe, hat mir mein Benehmen irgendwie leid getan. Also hab ich mir bei der zweitem Sitzung gedacht, ich bin netter zu diesem armen Mann. Klar, ist es sein Job und er wurde sicherlich nicht das erste mal ignoriert. Na ja, wie dem auch sei habe ich mich versucht das erste mal zu öffnen. Mich generell das erste mal gegenüber eines Erwachsenen zu öffnen. Es war schwer. Sehr schwer. Es ist wie, wenn du ein Geheimnis, welches du seit Ewigkeiten heimlich mit dir herum trägst, etwas so intimes, einem Mann anvertraust, den du 1. gar nicht leiden kannst und 2. zum zweiten mal in deinem Leben gesehen hast. Wie soll das gehen, wenn du es nicht mal deiner Mutter sagen kannst? Schließlich habe ich ihm erzählt , dass ich montags (das Gespräch fand an einem Mittwoch statt) erhängen wollte und im letzten Moment doch gezögert habe. Nicht wegen mir, sondern wegen denen, die ich zurück lasse. Eigentlich war mir das in dem Moment egal. Wenn du wirklich sterben willst ist dir alles egal. Selbst deine Mutter, dein bester Freund, deine Schwester- jeder. Nennen wir ihn einfach mal Herr. Müller, um seine Identität zu wahren. Herr Müller hat das alles meiner Mutter erzählt, weil er sich gezwungen gefühlt hat zu handeln. Was ja auch in der Situation notwendig war. Er hat zu meiner Momma gesagt, sie soll mich in eine Klinik reinstecken. Sie hat so fürchterlich geweint, was mir im Herzen weh getan hat und das ganze hat sich zu einem Drama der ganz großen Klasse hochgeschaukelt. Meine Mom hat mich gepackt und in die Klinik geschleppt... Mit Part 2. geht es morgen dann weiter...

5.8.13 23:56, kommentieren

Wie ich heute über das alles denke

Wenn ich zurückdenke fühlt sich alles surreal an. Nicht wie etwas, das ich selbst erlebt habe. Aber trotzdem isst es ein wichtiger Bestandteil von mir. Ich akzeptiere es und sehe es als Erfahrung an, auf die ich stolz bin. Stolz in dem Sinne, dass ich es geschafft habe mir Hilfe zu holen und es wieder geschafft habe ein positiver Mensch zu sein. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie rede ich jeden Tag davon. Ich weiß nicht warum aber seltsamer Weise rutscht mir mindestens einmal am Tag der Satz "Als ich in der Klinik war....." heraus. Vielleicht ist das ja auch ein Zeichen dafür, dass ich noch nicht alles so verarbeitet habe wie ich anfänglich gedacht habe. Ich merke zur Zeit immer wieder, dass ich kleine Rückschritte erleide. Vielleicht liegt das daran, dass ich mein eines Medikament heruntergestuft bekomme. Seroquel. Das ist ein Neuroleptika, umgangssprachlich auch Stimmungsstabilisator. Das Zeug wurde auf meinen Wunsch von der Psychiaterin am 25.07.13 runtergestuft, weil mich das Zeug emotionslos, müde und fett gemacht hat. Ich hab ganze 7 kg zugenommen und bin trotz jeglicher Hitze mit langen Hosen rumgelaufen. Ich hatte schon angst, dass ich in eine Essstörung reinrutsche, weil ich sowieso proAna angehaucht bin. Na ja ich hasse es Tabletten zu nehmen, aber ich weiß wenn ich das tue dann geht es mir besser. Ich rate allen, die selbst psychische Probleme haben professionelle Hilfe anzunehmen und wenn sie merken, dass eine ambulante Therapie nichts mehr nützt sich in eine Klinik einweisen zu lassen. Bei Fragen, seien sie über mich selbst, die Klinik oder bei eigenen Problemen, könnt ihr mir jederzeit mailen.

4.8.13 16:16, kommentieren